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17. Mai 2020 Lesegottesdienst

Gottesdienst zum Sonntag rogate

von Prädikant Friedrich Gasper (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg)

Vorspiel

Zwischen Himmel und Erde
von Albert Frey
Tenorflöte Claudia Gasper

Begrüßung:

Liebe Internetgemeinde, seien Sie herzlich willkommen zu unserem heutigen Lesegottesdienst. Ich freue mich, dass Sie sich dafür etwas Zeit nehmen.

Der Name des Sonntags ist Rogate "Rogate"lat bedeutet "betet!".

Darauf bezieht sich der Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.Psalm 66,20

Beten ist auch unser heutiges Thema.

Votum:

Liebe Gemeinde, Gott ist unabhängig von Raum und Zeit. Deshalb sind wir, auch wenn wir räumlich getrennt sind und diese Seite zu verschieden Zeiten besuchen, durch Gott mit einander verbunden.

Und so feiern wir diesen Gottesdienst gemeinsam im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herren, der Himmel und Erde gemacht hat;
der Wort und Treue hält und nicht loslässt das Werk seiner Hände.

Amen

Psalm 95,1-7a

Neben den Bittgebeten, die bei unserem heutigen Thema im Vordergrund stehen, gibt es auch die Anbetung Gottes, die seine Macht und Herrlichkeit und die Schönheit seiner Schöpfung preist. Dazu wird im Psalm 95 aufgefordert.

Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken
und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen
und mit Psalmen ihm jauchzen!
Denn der Herr ist ein großer Gott
und ein großer König über alle Götter.
Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
und die Höhen der Berge sind auch sein.
Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,
und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Kommt, lasst uns anbeten und knien
und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott.

Es ist nicht so, dass Gott auf unser Lob angewiesen wäre. Wenn er das will stehen ihm ganze Heerscharen von Engelschören zur Verfügung. Gott braucht uns nicht, aber wir brauchen ihn. Für uns ist es wichtig, dass wir uns immer wieder darüber klar werden, dass er alles erschaffen hat und dass alles was wir haben von ihm ist. Darum sollen wir Gott loben und preisen und ihm danken und ihn anbeten.

Nehmen Sie sich dafür eine Minute Zeit, während Sie das nächste Musikstück hören.

Altflöte: Claudia Gasper

Altes Testament - Lesung:     2. Mose 32,7-14

Beten ist ein Gespräch mit Gott. Davon wird vor allem im alten Testament häufig berichtet. Ein besonders bewegendes Beispiel ist die erfolgreiche Fürbitte des Moses für sein Volk. Gott wollte das Volk vernichten, weil es sich von ihm abgewandt hatte und das goldene Kalb anbetete. Durch die Fürbitte des Moses ließ er sich aber von seinem Plan abbringen.

Der Herr sprach aber zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und der Herr sprach zu Mose: Ich sehe das es ist ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen.
Mose aber flehte vor dem Herrn, seinem Gott und sprach: Ach, Herr, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.
Evangelium:     Lukas 11, 1-13

Rogate heißt "betet!" aber auch "bittet!" In unserem Evangelium von heute geht Jesus darauf ein. Es beginnt mit der Kurzfassung des Vaterunsers, des Gebetes, das er uns gelehrt hat. Die Langfassung ist nachher unser Predigttext. Im zweiten Abschnitt ermutigt Jesus dazu sehr eindringlich zu bitten und im dritten Abschnitt begründet er unsere Hoffung auf Erhörung.

Das Vaterunser
Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.
Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag
und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden. Und führe uns nicht in Versuchung.
Der bittende Freund
Und er sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote;
denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann,
und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben.
Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.
Zuversicht beim Beten
Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Wo ist unter euch ein Vater der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete?
Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete?
Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!
Predigt:           Mt 6,5–15

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen!

Liebe Gemeinde, in dem heutigen Predigttext aus Mt 6 geht es, wie bereits angekündigt, um das Gebet der Gebete, um das Vaterunser.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen.
Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Liebe Gemeinde, haben Sie schon mal von einem Gebetomat gehört?

Der Gebetomat ist eine kabinenförmige Medieninstallation des Künstlers Oliver Sturm aus dem Jahr 2008 zur Wiedergabe von Gebeten.
Derzeit kann man unter ungefähr 300 Gebeten in 65 Sprachen wählen. Oliver Sturm sagt dazu: „Ich halte die – dem Denken Andy Warhols verwandte – Idee einer automatenhaft herstellbaren Erzeugung religiösen Gefühls für einen sehr zeitgenössischen Gedanken.“
Zur Zeit gibt es einen Gebetomat in Basel und fünf in Deutschland. Einer davon steht auf dem Flughafen in Stuttgart und wird oft zur Überwindung von Flugangst benutzt. Der Psalm 23 "Der Herr ist mein Hirte" soll da besonders gut helfen. Man kann aber auch dreimal die Vaterunser-Taste drücken. Drei Vaterunser für einen guten Flug? Ist das noch beten? Was Jesus dazu sagt, haben wir vorhin im Predigttext gehört:

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

Was meinen Sie? Ist es verwerflicher Aberglaube, wenn man diesen Automaten benutzt? Ich denke, dass es auf die innere Einstellung ankommt. Wenn ein ängstlicher Fluggast sich durch den Psalm 23 Mut zusprechen lässt und dabei innerlich mit voller Überzeugung mit betet, dann kann das ein Gebet sein. Auch wenn er keine Bitte ausspricht sondern zum Ausdruck bringt, dass er auf Gott vertraut, kann man dahinter ja die Bitte um Hilfe erkennen. Wie Jesus gesagt hat:"Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet." Ganz anders ist es bei dem, der sich dreimal das Vaterunser aufsagen lässt. Hier wird dieses wertvolle Gebet als eine Art Zauberformel missbraucht. Es gibt bei den Bitten des Vaterunsers keinen Bezug zu dem eigentlichen Anliegen, dass die Reise gut verläuft. Das Vaterunser, dreimal wiederholt, als Beschwörungsformel ist wie das Geplapper der Heiden, vor dem Jesus so ausdrücklich warnt.
Das Vaterunser aus dem Gebetomat ist ein sehr extremes Beispiel und wir können darüber die Nase rümpfen oder aber uns auch an die eigene Nase fassen. Wie gehen wir mit diesem Gebet, das uns so vertraut ist, um? Verleitet gerade diese Vertrautheit uns nicht manchmal dazu, dass wir es einfach nur aufsagen und uns mehr auf den korrekten Wortlaut als auf den Inhalt konzentrieren? Ich denke, es lohnt sich mal wieder intensiver über den Inhalt dessen, was wir da eigentlich beten, nachzudenken. Dabei sollten wir nicht im Allgemeinen stecken bleiben. Beten ist ja ein ganz persönliches Gespräch mit Gott und keine Smalltalk. Denken wir also einmal darüber nach, was wir selbst ganz persönlich Gott mit diesem Gebet sagen wollen. Dazu will ich im Folgenden ein paar Anregungen geben.
Beginnen wir gleich mit der Anrede: "Unser Vater im Himmel". Damit wird unsere Beziehung zu Gott klargestellt. Gott ist unser Vater und wir seine Kinder. Und wie Kinder ihre Eltern bitten, so sollen wir getrost und voll Zuversicht Gott bitten und darauf vertrauen, dass er es gut mit uns meint.
Die erste Bitte: "Geheiligt werde dein Name" mag auf den ersten Blick etwas irritieren. Gottes Name ist doch an sich von selbst heilig. Daran ändert auch der Missbrauch durch religiöse Fanatiker nichts. Aber wie ist es bei uns ganz persönlich? Bei den Juden war Gottes Name so heilig, dass sie es nicht wagten ihn auszusprechen aus Angst sie könnten ihn missbrauchen. Wir gehen nicht immer so respektvoll damit um. Wem ist es noch nicht passiert, dass er im Zorn schon mal "Herr Gott noch mal" oder ähnliches gesagt hat? "Geheiligt werde dein Name" kann auch die Bitte sein, dass Gott uns davor bewahrt seinen Namen im Zorn zu missbrauchen.
Die zweite Bitte lautet: "Dein Reich komme". Wie so müssen wir darum bitten? Gottes Reich wird kommen, gebeten oder ungebeten. Wenn wir trotzdem darum bitten, wollen wir, dass es auch zu uns kommt. Wir bitten darum, ein Teil dieses Reiches zu werden. Die Voraussetzung dazu ist der Glaube, zu dem wir aber aus eigener Kraft nicht fähig sind. Er wird durch den Heiligen Geist bewirkt und darum bitten wir.
Die dritte Bitte: "Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden", knüpft direkt an die zweite Bitte an. Wenn das Reich Gottes gekommen ist, dann geschieht auch Gottes Wille im gesamten Universum, auf der Erde genauso wie im Himmel. Das geschieht auf jeden Fall, auch ohne unser Gebet. Warum sollen wir also darum bitten, dass Gottes Wille geschehe, wenn das doch sowieso passiert? Es geht bei dieser Bitte um etwas anderes. Für uns ist es oft schwer zu erkennen, ob unsere ganz persönlichen Wünsche, die wir Gott im Gebet vortragen, auch seinem Willen entsprechen. Ob sie erfüllt werden oder nicht entscheidet einzig und allein er. Wenn wir nun beten, "Dein Wille geschehe", unterwerfen wir uns seinem Willen und akzeptieren seine Entscheidung. Auch Jesus hat so gehandelt, im Garten Getsemani. Dort hat er gebetet: "Mein Vater, wenn es möglich ist, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst."
Die vierte Bitte: "Unser tägliches Brot gib uns heute", beinhaltet nicht nur die Bitte um Backwaren. Mit dem täglichen Brot ist alles gemeint, was wir zu unserem Lebensunterhalt benötigen. Aber diese Gaben erhalten nicht nur gläubige Menschen, die Gott darum bitten, sondern alle anderen auch. "Der Vater im Himmel lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte." Warum sollen wir also darum bitten? Das ist eine Frage der Hochachtung vor Gott. Wenn wir darum bitten, bekennen wir, dass wir diese Gaben von ihm erhalten. Wir nehmen sie dann nicht als selbstverständlich hin, sondern sind auch dankbar dafür.
Die fünfte Bitte: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.", ist sehr heikel. Sie könnte zum Bumerang werden, wenn wir selbst nicht auch bereit sind zu vergeben. Diese Bitte hat eine hervorgehobene Stellung, denn sie ist die einzige der sieben Bitten, die Jesus im Anschluss an das Vaterunser noch einmal extra erläutert: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben."
Die Übersetzung der sechsten Bitte: "und führe uns nicht in Versuchung" hat in der letzten Zeit heftige Diskussionen ausgelöst. Papst Franziskus kritisiert diese Übersetzung weil nicht Gott, sondern der Satan die Menschen verführt. Er schlägt vor stattdessen zu beten: "Lass uns nicht in Versuchung geraten". Die Deutsche Bischofskonferenz und die evangelische Kirche lehnen diesen Änderungsvorschlag ab mit der Begründung, dass man am Wort Jesus nichts ändern oder verbessern darf. Wenn man erst einmal damit anfängt, setzt man einen Prozess in Gang, der am Ende zu einer ganz neuen Bibel führt, die sich nicht mehr an Gottes Wort sondern an den Wünschen der Menschen orientiert. Das Problem ist, dass in jede Übersetzung natürlich auch eine Interpretation des Übersetzers einfließt. Martin Luther hat diese Stelle aus dem griechischen Text übersetzt. Er selbst schreibt als Erläuterung zu seiner Übersetzung im kleinen Katechismus:

"Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass Gott uns behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben, Verzweiflung und anderer große Schande und Laster; und wenn wir damit angefochten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten."

Ich persönlich bin auch der Meinung, dass wir an der Übersetzung nichts ändern sollten. "Lass uns nicht in Versuchung geraten" klingt zwar etwas lieber, aber es macht im Ergebnis doch keinen Unterschied, wenn Gott nicht verhindert, dass wir in Versuchung geraten. Und es ist doch in Wirklichkeit so, dass jeder von uns täglich allen möglichen Versuchungen ausgesetzt ist. Mir gefällt die Erklärung von Martin Luther, weil sie die Bitte mit dem Wunsch verbindet, dass Gott uns durch alle Versuchungen hindurch hilft.
Die siebte und letzte Bitte: "sondern erlöse uns von dem Bösen" ist nicht nur sprachlich eng mit der sechsten Bitte verknüpft. Durch Jesus Christus wurden wir, wenn wir an ihn glauben, aus der Macht des Bösen zwar befreit, aber das Böse ist immer noch in uns aktiv. Unser Stolz, unser Egoismus und unsere Bequemlichkeit hindern uns immer noch daran das Gute zu tun und das Böse zu lassen. Das ist, besonders wenn wir Gott lieben und eigentlich seinen Willen tun wollen, für uns ein Ärgernis und ein lebenslanger Kampf. Martin Luther schreibt dazu:

"Wir bitten in diesem Gebet, dass uns der Vater im Himmel von allem Übel erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel."

Der Abschluss: "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen" steht in den meisten Bibelausgaben in Klammern, weil er in den ältesten Abschriften des Matthäusevangeliums fehlt. Aber schon bei den ersten Gemeinden war er ein fester Bestandteil des Vaterunsers, das dadurch doch mit der Anbetung dem Lobpreis Gottes endet. Dieser Abschluss gibt die Überzeugung wieder, dass Gott die vorangegangen Bitten auch erhört, denn er alleine ist der Herr, der das tun kann. Das "Amen, ja Herr so sei es", bekräftigt noch einmal, dass die Gemeinde mit voller Überzeugung hinter dem Gebet steht. Wir wollen das auch tun mit dem Lied nach der Predigt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Lied-Gebet:     024

Klavier und Gesang - unsere Organistin Erika Burnett

Segen:

Der Herr segene dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchen über dir
und sei dir gnädig
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden

Nachspiel:

Tenorflöte: Claudia Gasper

 

Digitale Kollekte

Im Augenblick finden keinen öffentlichen Gottesdienste in unseren Kirchen statt.
Deshalb werden auch keine Kollekten für die verschiedensten Zwecke und Werke eingesammelt.
Wenn Sie doch etwas geben möchten, ist hier die Möglichkeit für die jeweiligen Tage dazu:

Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Hinweise zum Copyright:

Bei den Audioteilen wurden neben eigenen Aufnahmen auch Passagen mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaftaus gelesen aus: Die Große HörBibel – Die Bibel nach Martin Luther, © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Bibelstellen im Text sind aus die-bibel.de/bibeln/online-bibeln entnommen.

Projekte, die wir unterstützen

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