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24. Mai 2020 Lesegottesdienst

Sonntag EXAUDI
"Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen." (Joh 12, 32)

von Pfarrer GUIDO KOHLENBERG, SPEICHER (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg)

Begrüßung:

Guten Tag! Ich begrüße Sie zu einer Leseandacht an diesem Sonntag. Danke, dass Sie sich diese rund 20 Minuten Zeit dafür nehmen! Und herzlich Willkommen.

Votum

Im Namen Gottes, des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen)
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich und nicht loslässt, was er geschaffen hat. (Amen)

Wochenspruch

""Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen."
(Johannes 12, 32)

Musikspiel

"Burree" von Johann Sebastian Bach eingespielt von Benno Raabe

Psalmgebet    Psalm 27

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
2 HERR, der König freut sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe!
3 Du erfüllst ihm seines Herzens Wunsch und verweigerst nicht, was sein Mund bittet. - Sela.
4 Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt.
5 Er bittet dich um Leben; du gibst es ihm, langes Leben immer und ewiglich.
6 Er hat große Herrlichkeit durch deine Hilfe; Pracht und Hoheit legst du auf ihn.
7 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreust ihn mit Freude vor deinem Antlitz.
8 Denn der König hofft auf den HERRN und wird durch die Güte des Höchsten nicht wanken.
9 Deine Hand wird finden alle deine Feinde, deine Rechte wird finden, die dich hassen.
10 Du lässt sie glühen wie einen Feuerofen, wenn du erscheinst.
Der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen.
11 Ihre Nachkommen wirst du tilgen vom Erdboden und ihre Kinder aus der Zahl der Menschen.
12 Denn sie gedachten, dir Übles zu tun, und planten Ränke, die sie nicht ausführen konnten.
13 Denn du wirst machen, dass sie den Rücken kehren; mit deinem Bogen wirst du auf ihr Antlitz zielen.
14 HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.

Bildbetrachtung

Werfen Sei bitte mit mir kurz einen Blick auf dieses Bild! - Woran bleiben Sie hängen? Was gefällt
Ihnen oder stört Sie? Kommen Ihnen biblische Bezüge in den Sinn?

Bildbetrachtung

Evangelium    Johannes 16, 5-15

5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? 6 Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; 9 über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 10 über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; 11 über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. 12 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. 15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen.

Lied    EG136

„O Komm, du Geist der Wahrheit!“ eingespielt von unserer Organistin Erika Burnett.
EG Nr. 136, 1 + 2 + 7)

Predigttext    Jeremia 31, 31-34

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, 32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; 33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. 34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Kurzpredigt     Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommen wird!

Liebe Leserin, lieber Leser!

Einmal stellte mir jemand die Frage: „Was machte Gott, als seine Kinder ihn enttäuschten?“ Ich weiß nicht mehr, was ich geantwortet habe. Vielleicht war es zu ausführlich? Zu theologisch? Als Pfarrer zu sagen: ich weiß nicht? Hmm! - Es war auf jeden Fall nicht das, was der Fragesteller hören wollte. Wissen Sie es? – „Ein Neues Testament!“

Ja, hier liegt ein kleines, aber nicht ganz unwichtiges Missverständnis verborgen, das die meisten von uns sofort packt, wenn wir das Wort „Testament“ hören. Das ist doch das, was in manchen Krimis von Agatha Christie im Laufe von 20 Jahren durch eine vermögende Person unter den unterschiedlichsten Umständen immer wieder geändert wurde und .. Mag sein! Bei Agatha Christie! Oder wenn wir zu einem Notar gehen, um festzuhalten, was wie wem vererbt werden soll im Falle unseres Todes. Damit es möglichst wenig Streitigkeiten gibt. Aber nicht so bei Gott! Nicht so in der Bibel. Das hebräische Wort, das mit „Testament“ übersetzt wird – und darum geht es im Predigttext – lautet „BERITH“, was manche vielleicht noch von früher kennen, wenn jemand sagte: „Mach doch nicht so einen BERITH um diese Sache!“ BERITH – das war etwas ganz Wichtiges, etwas Großes, Bedeutsames. Und das sollte man dann doch besser mit „Bund“ oder „Bündnis“ übersetzten. Ja klar, der 2. Teil unserer Bibeln hieße dann auch „Der Neue Bund!“

Mir steht der alte Abraham vor Augen, mi dem Gott einen Bund / ein Bündnis schließt. Die Form war Abraham von Stammesfehden gut vertraut: Da wurden Tiere geschlachtet von zwei verfeindeten Stammesfürsten. Beide legten die blutigen Tierhälften aus. Und als Akt des Bündnisschlusses gingen beide miteinander zwischen den Fleischstücken hindurch. Damit war ein Bündnis geschlossen und die Fehde, der Krieg beendet. Gott machte das dann gaaaanz ähnlich mit Abraham. Nachzulesen in 1. Mose 15). Und doch ganz anders! ER ging nämlich ALLEINE zwischen den Tierhälften hindurch.

Wer sich ausführliche damit beschäftigen möchte,
könnte z. B. nachlesen unter https://www.gotquestions.org/Deutsch/abrahamsbund.html

Wenn wir über biblische Bundesschlüsse – speziell Gottes mit Abraham - reden oder nachdenken, dann stehen meistens der „verzweifelt“ sternezählende Blick Abrahams in den Himmel oder die Beinaheopferung seines Sohnes Isaak im Vordergrund – so auch in der christlichen Kunst.

Sehen Sie nur unser Bild oben zur Bildbetrachtung!

Das ist natürlich auch nicht so ganz falsch. Es sind aber mehr noch Verheißungen und Bundeszusagen Gottes. Und natürlich war für Israel der Bund schlechthin der EXODUS, der Auszug in die Freiheit aus der Sklaverei in Ägypten heraus. Doch auch hier musste das Volk Gottes schon selber tätig werden – nicht zuletzt im aktiven Hindurchgehen durch das Wasser.

Einen besonderen Bundesschluss vollzieht Gott deshalb m. E., als er mit dem Abraham etwas macht, was diesem einerseits vertraut ist und dann doch wieder ganz fremd, da Gott den Bundesschluss allein vollzieht – sozusagen „in einem Aufwasch“ für Abraham und für sich selbst. Für beide Bündnispartner gemeinsam. Bei menschlichen Bündnisschlüssen wäre das undenkbar – selbst in Zeiten, wo ja alles nicht mehr per Handschlag sondern per Videokonferenz besiegelt wird! So kann das tatsächlich nur Gott machen.

Nach diese Vorrede: Wenn nun Israel von dem NEUEN BUND hört und liest, dann stehen  all die Bundesschlüsse und Bundeszusagen parat, klingen in Herz und Ohr nach. Vielleicht noch aus den Lehren alter weiser Männer und Frauen. So wie uns manchmal ganz alte Bilder kommen, wenn etwas gesagt wird. Probieren Sie es vielleicht mal mit dem Wort „Abschlusszeugnis“!

„Das Gesetz Gottes in Herz und Sinn!“ bedeutet nun eben noch einmal etwas ganz Neues! Das erfüllt mein Leben. Das ist im tiefsten Sinne „durchgekaut“ und nicht nur gut gelernt! Und wenn keiner den anderen mehr lehren wird, stellt das nicht nur ein gesamtes Lehrsystem auf den Kopf, sondern zugleich jeden, der Gott vertraut, auf eine Ebene zu allen anderen, die dies tun. Mit der gemeinsamen Blickrichtung auf Gott, inmitten des gemeinsamen Bündnisses mit diesem Gott. Ein demokratisches Bündnis sozusagen (was die Menschen angeht)! Insofern etwas ganz Neues, Revolutionäres. Am Pfingsttag – doch das soll uns nächste Woche ausgiebiger beschäftigen – geschieht dann genau das!

Heute schon, also einen Sonntag vor Pfingsten – in dieser Rückschau auf die damals „jesuslose Zeit“ für die Freunde und Freundinnen Jesu - erreicht uns diese besondere Verheißung per Predigttext. Er war fort! Was würde nun kommen? Er hate sogar gesagt, dass er gehen MÜSSE, damit sein geist KOMMEN könne. Bizarr? Unglaublich? Oder doch nur fremd und unverständlich?

Schauen Sie doch mal – in diesen Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten – ob Sie in den Abrahamsgeschichten stöbern möchten (am Besten 1. Mose 12 beginnen) oder sich das Ende von Lukas (Kapitel 24) und den Beginn der Apostelgeschichte (Kapitel 1 und 2) noch einmal zu Gemüte führen möchten. Vielleicht erinnern Sie sich ja auch an Ihre Konfirmation oder Firmung oder das eine oder andere Erlebnis, das Sie selber als einen Bundesschluss erlebt haben. Möglicherweise lassen Sie sich auch – gerade jetzt – ganz neu darauf ein, dass Gott auch mit Ihnen einen Neuen Bund schließen möchte. Und keine Sorge – durch die blutigen Fleischstücke, den schwierigsten Teil also – macht er sich alleine auf den Weg. Hat er sogar schon, vor 2000 Jahren am Kreuz. Für Dich du mich!

Wir könnten also sagen:
Wenn ich heute den kurzen Satz „GOTT VERBÜNDET SICH MIT MIR!“ mitnehme,
ist das die Essenz des Gehörten oder Gelesenen!

Seien Sie von Gott behütet!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, der bewahre Sie in Christus Jesus, dem Gekreuzigten und Auferweckten und Gegenwärtigen! (Amen)

Fürbitte

Dreieiniger Gott,
heute komme ich zu Dir mit meinem Dank:

Ich danke Dir, dass Du Deine ganz besonderen Bündnisse geschlossen hast seit Anbeginn der Welt. Ich danke Dir für die Bundeschlüsse, auf die Israel sich beruft und die auch uns als Christen tragen. Ich danke für Bündnisschlüsse meines Lebens, bei denen Du Deine Hand im Spiel hattest (... etwas Persönliches …).

Und ich bitte Dich nun:
Gib Geduld in dieser Woche mit allen, die anders denken als ich. Gib Achtsamkeit, wem ich helfen kann und von wem ich Hilfe erbitte. Gib Vertrauen, dass Du – auch weltweit – alles wenden kannst, was mich, uns und andere bedrückt.

Herr,
lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen und fang bei mir an.

Herr,
bringe deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen und fang bei mir an.

(Amen)

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segenslied     "Geh unter der Gnade“ (LL 251)

„Geh unter der Gnade“ eingespielt von unserer Organistin Erika Burnett.

Segen     Nun will ich Ihnen zusprechen – und nehmen Sie es ruhig ganz persönlich:

Gott, der Herr, segnet dich und behütet dich;
er lässt sein Angesicht leuchten über dir und ist dir gnädig;
er erhebt sein Angesicht auf dich und gibt dir Frieden. (Amen)

Gruß

Ich wünsche Ihnen nun noch von ganzem Herzen
gesunde, gesegnete und des Widerkommens Jesu gewisse Tage!

Ihr Guido Kohlenberg, Pfr.

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