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05. April 2021 Predigt - Ostermontag

Predigt von Pfrarrer i.P. László Szilágyi (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg) Laszlo Szilagyi

Predigttext     Offenbarung 5,6-12
Er allein ist würdig

6 Und dann sah ich es: In der Mitte vor dem Thron, umgeben von den vier mächtigen Gestalten und den Ältesten, stand ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet wäre. Es hatte sieben Hörner und sieben Augen. Das sind die sieben Geister Gottes, die in die ganze Welt ausgesandt worden sind. 7 Das Lamm ging zu dem, der auf dem Thron saß, und empfing die Schriftrolle aus dessen rechter Hand. 8 Im selben Augenblick fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder. Jeder Älteste hatte eine Harfe und goldene Schalen voller Weihrauch. Das sind die Gebete aller, die zu Gott gehören. 9 Und alle sangen ein neues Lied: »Du allein bist würdig, das Buch zu nehmen, nur du darfst seine Siegel brechen. Denn du bist als Opfer geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du Menschen für Gott freigekauft, Menschen aller Stämme und Sprachen, aus allen Völkern und Nationen. 10 Durch dich sind sie jetzt Könige und Priester, die unserem Gott dienen. Und sie werden über die ganze Erde herrschen.« 11 Danach sah ich viele Tausende und Abertausende von Engeln, eine unzählbare Menge, und ich hörte, wie sie gemeinsam etwas riefen. Sie standen um den Thron, um die vier Gestalten und um die Ältesten. 12 Gewaltig ertönte ihre Stimme: »Allein dem Lamm, das geopfert wurde, gehören alle Macht und aller Reichtum. Ihm allein gebühren Weisheit und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Anbetung!« 13 Dann hörte ich, wie auch alle anderen Geschöpfe einstimmten. Alle im Himmel und auf der Erde, im Totenreich und auch die Geschöpfe des Meeres, sie alle riefen: »Anbetung und Ehre, alle Herrlichkeit und Macht gebühren dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm für immer und ewig!« 14 Die vier Gestalten bekräftigten dies mit ihrem »Amen«. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten Gott an. (Hoffnung für Alle)
Predigt

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

Als ein gläubiger und ein ungläubiger Mensch – zwei Freunde – im Ausland waren und der Gläubige am Sonntag in den Gottesdienst gehen wollte stellte sein Freund ihm die Frage: „Wieso möchtest du hingehen, du verstehst sowieso nichts auf der hiesigen Sprache?“

„Ich gebe dir Recht“, antwortete der Gefragte, „ein Wort werde ich jedoch verstehen: Jesus.“

Wenn man den heutigen Text liest steht man ähnlich vor der Frage: was kann ich aus diesem Text verstehen, denn er ist so schwierig… Ich möchte aber behaupten, dass auch wir mindestens ein Wort verstanden haben: das Lamm.

Heute geht es nämlich vor allem um Eines, um das Lamm. In dem Buch der Offenbarungen finden wir insgesamt 29-mal dieses Wort. Es lässt uns verstehen: die Zukunft, die der Apostel Johannes auf der Insel Patmos sieht, ist von dem Lamm Gottes der die Sünde der Welt auf sich genommen hat, untrennbar.

Johannes fängt, als er sich umschaut, zu weinen an. Er sieht, keine Person die befugt ist „DAS“ Buch vom König zu übernehmen und es zu öffnen.

Da tritt einer von den Ältesten zu ihm und beruhigt ihn: doch, einer darf das Buch öffnen, das Lamm das dafür bezahlt hat. Die Wichtigkeit seiner Tat, dieser „Bezahlung“ drückt sich wie folgt aus:

  1. Das Lamm wird gepriesen.

    Das ist etwas, was schon auf dieser Erde passieren sollte.

    Es ist uns schon auf der Erde ermöglicht worden im Lobpreis des Herrn einzustimmen. Warum? Jesus hat sein Werk auf der Erde vollbracht, und seine Auswirkung ist auch im Himmel spürbar. Jesu Tod und Auferstehung ist der einzige „Gedenktag“ der auch im Himmel seine Wirkung hat.

    Und siehe da: „Und alle sangen ein neues Lied“. So lässt sich eindeutig feststellen: eine neue Ära beginnt.

    Schon in 2 Mos.15 finden wir einen Hinweis auf ein neues Lied, das die Befreiung aus der Gefangenschaft und die Verheißung des neuen Landes markiert. Ein Lebensabschnitt bringt ein neues Lied. Jede geistliche Erneuerung rief – sowohl in der Bibel, aber auch nachher – ein neues Lied ins Leben.

    Uns hat Jesus selbst gelehrt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ (Matthäus 6,33). Es wird uns empfohlen erst nach Sachen zu trachten, die auch im Himmel Wert haben, wie z.B. das Loben und Preisen von Jesus.

    Hierbei handelt es sich aber nicht um einen speziellen Musikstil, wie Pop, Rock, Klassik oder Jazz usw., sondern um den Inhalt des Liedes. Ein “neues Lied“ bedeutet nicht ein „modernes Lied“, oder wie es heute so häufig gedeutet wird, „ein Lied was die Jugend auch gerne singt“.

    In einem neuen Lied klingt die persönliche Entdeckung eines Menschen über die göttliche Größe und die Freude der Gemeinde für den Rettungstat Jesu zusammen. Es ist ein Lied, wo die subjektive Rettung-Gewissheit und die gemeindliche, gemeinschaftliche Dankbarkeit in einem himmlisch-musikalischen Stil und Melodie harmonisch zusammenfindet.

    Der römische Kaiser Domitian (81-96 n.Chr.) hat ein Siegeslied dem aus dem Krieg rückkehrenden Kaisers mit den Anfangsworten eingeführt: „Du bist würdig“.

    Wer hätte diese Worte mehr verdient, als unser Sieger Jesus. Denn er hat die entscheidende Schlacht gegen den Bösen gewonnen, und damit Gottes Willen vollbracht: „Denn du bist als Opfer geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du Menschen für Gott freigekauft…“

    So singen alle Volker, die Vertreter des Alten- und Neuen Testaments, die Engel und aber die ganze erschaffene Welt – „Dann hörte ich, wie auch alle anderen Geschöpfe einstimmten. Alle im Himmel und auf der Erde, im Totenreich und auch die Geschöpfe des Meeres, sie alle riefen“ - ein Lobpreis dem Lamm zur Ehre: „Und hat mir (uns) ein neues Lied in meinem Mund gegeben, zu loben unsern Gott“ (Psalm 40,3)

    Um Chorlieder, oder Lieder überhaupt, schön singen zu können, müssen sie erst geübt werden. Kein Chorleiter einer Kirchengemeinde würde es wagen mit mehreren tausenden von Menschen ein Lied spontan zu singen, ohne mit den Menschen vorher lange geübt zu haben.

    Wir sind eingeladen, in dem himmlischen Chor mitzusingen. Dafür wird uns erst unser ganzes Leben als eine große Chorprobe angeboten, um den Lobpreis, was wir im Himmel singen werden zu üben: „Dann hörte ich, wie auch alle anderen Geschöpfe einstimmten.“

    Er, Jesus, hat es verdient, denn für niemand auf der Erde war es möglich diesen Verdienst zuzusprechen „das Buch zu nehmen, nur du darfst seine Siegel brechen. Denn du bist als Opfer geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du

    Er, Jesus, hat es getan, ohne menschlichen Beitrag und Hilfe. Er wusste, es ist sinnlos darauf zu warten, einen Menschen zu finden, der dieses Opfer bringen kann. Ihm allein ist diese „Aufgabe“ zugeteilt worden.

     
  2. Jesu Tat mit Auswirkung bis in den Himmel.

    So wie in dem Buche der Offenbarung im Kapitel 4 der, der auf dem Thron sitzt – der Vater – gepriesen wird, wird hier im Kapitel 5 der Sohn, das Lamm mit dem gleichen Respekt und Begeisterung gelobt und gepriesen. Und das ist wichtig. Denn hier ist wieder eindeutig geworden was Jesus mit dem „ich und mein Vater sind eins“ gemeint hat. Er tut was der Vater sagt, und: „Allein dem Lamm, das geopfert wurde, gehören alle Macht und aller Reichtum. Ihm allein gebühren Weisheit und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Anbetung!“

    Das Lamm allein hat die Macht „Menschen für Gott freizukaufen, Menschen aller Stämme und Sprachen, aus allen Völkern und Nationen“. Eine Tat, die auf der Erde beginnt und Auswirkung für den Himmel hat und das wieder mit der ausschließlichen Tat des geschlachteten Lammes verbunden.

    Sein Opfer ist nicht umsonst und sinnlos gewesen. Wenn auch im Himmel darüber gesprochen wird bedeutet es, dass seine Rettungstat eine Entscheidende Rolle auch im Himmel spielt.

    Etwas sehr Wichtiges bekommen wir hier zu verstehen: es gab keine andere Person im Himmel – weder Personen die wir aus der Bibel kennen wie Abraham, der mit Glauben und Ausdauer so viel gelitten hat um letzten Endes Gottes Verheißung zu verstehen; oder Mose der das Volk Israel mit großer Mühe aus Ägypten ausgeführt hat; oder Elia, der mit der Königin zu kämpfen hatte und von ihr verfolgt war; oder Maria, die Jesus mit irdischem Leben beschenkt hatte; noch von uns geehrte berühmte Geschichtlichen, Kirchen- und Gemeindeväter, wie z.B. Luther, der uns die Bibel übersetzt hat, und grundlegende Reformen in der  Kirche eingeführt hat.

    Keine der Personen, die im Himmel sind, sind geeignet, das Buch und in dem Buch beschriebene Göttliche Pläne zu übernehmen und sie zu vollbringen. Das Motiv ist einfach: Jede Person kommt aus Gnade im Himmel an, auch die die im angegebenen Text aufgezählt werden. Der Einzige der dem Himmel zugehörig ist, war Jesus. Deswegen ist er allein würdig.

    „Du hast…gemacht“ – hier ergibt sich etwas, was für uns sehr wichtig ist. Denn hier steht: „hast du Menschen für Gott freigekauft, Menschen aller Stämme und Sprachen, aus allen Völkern und Nationen.“ In einer älteren Übersetzung steht: „unter den…“.

    Das bedeutet, dass Jesus seine Rettungstat nicht nur für Menschen „aus“ bestimmten Völker gelten ließ, sondern allen Menschen „unter den“ unter allen Völkern der Welt. Entscheidend ist nicht, welchem Volk, Nation, Land oder Sprache wir zugeordnet sind, sondern nur was Jesus getan hat. Nochmal steht da geschrieben: „Gewaltig ertönte ihre Stimme: »Allein dem Lamm, das geopfert wurde, gehören alle Macht und aller Reichtum.“ Das entscheidende Kriterium ist Jesu-Tat!

    „Durch dich sind sie jetzt Könige und Priester, die unserem Gott dienen. Und sie werden über die ganze Erde herrschen“ erklingt wie der Gipfel der Karriere eines gläubigen Menschen. Sehr wichtig dabei ist es: Gott dienen zu dürfen ist kein Ergebnis des menschlichen Erstreben.


    Das ist ein Geschenk, was uns Jesus ermöglicht hat. Sein Tod und Auferstehung führten dazu, dass uns ermöglicht worden ist ihn zu loben und zu preisen.

Amen

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Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Mit brüderlichem Gruß

László

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