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27. November 2022 Predigt

on Pfarrer GUIDO KOHLENBERG (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg)

Bibelstelle
14 Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach dass du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 17 Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. 18 Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. 19 Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! 20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. 21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

GNADE SEI MIT EUCH UND FRIEDE VON DEM, DER DA IST UND…

Liebe Geschwister, liebe Gäste, wir Menschen sind körperliche Wesen. Lau, blind, Kleider anziehen, die Blöße, Augensalbe, Anklopfen, „wer Ohren hat zu hören“ und selbst „Abendmahl“ – das sind tatsächlich alles körperliche Dinge. In der Bibel ist das gar nicht so selten!

Unser Körper braucht seine Zeit. Unser Körper erinnert sich, wenn wir etwas fühlen, sehen, hören, riechen, schmecken…. Weißt Du noch, wie es bei Deiner Oma gerochen hat? Oder wie heute Morgen das Frühstück geschmeckt hat. (Was hast Du eigentlich gegessen? Weißt Du es noch?) Was hast Du als Letztes gestern Abend gehört? Oder bevor Du Dein Predigtprogramm hier geöffnet hast…? – Es hilft nichts, wenn wir den Körper überspringen. Der fordert seine Zeit ein, braucht Deine Aufmerksamkeit!

Mit den Konfis lernen wir die 10 Gebote, indem wir sie im Kirchraum unterbringen. Sichtbar! - In meiner Gestaltberatungsausbildung gab es zu Beginn immer eine ausgiebige Zeit der Körperwahrnehmung. Ich wollte das oft gerne schnell überspringen, um zum vermeintlich Wesentlichen zu kommen! Vielleicht war das ja genau das Wesentliche…? Und – Gnade uns Corona! - hat unsere Gemeindeleitung früh beschlossen, wieder körperlich GD zu feiern. Und auch über das Abendmahl haben wir genau deshalb ausgiebig nachgedacht und NICHT gesagt: Setz dich mit einem Stück Brot und einem Schluck Saft vor den Bildschirm und … Ich könnte die Gemeindeleitung noch jetzt dafür umarmen!

Vielleicht machen Sie genau jetzt eine kleine Unterbrechung – BITTE MIT GESCHLOSSENEN AUGEN FÜR 1 MIN. Also erst lesen, dann Augen zu! - Und mal einen Moment fühlen: Spüre ich den Stuhl unter dem … Sie wissen schon … Rieche ich JETZT irgendetwas … Angenehm? Unangenehm? Schmeckt noch etwas nach… Was höre ich jetzt – vielleicht ja ganz leise … und – AUGEN WIEDER AUF: Was sehe ich als Allererstes?

EIN Grund, warum lange nach Jesu Geburt eine Adventszeit „eingeführt“ wurde – 4 Sonntage vor dem Christfest – mag die körperliche Vorbereitung gewesen sein: Kerzenschein, Tannenduft und … Fasten!

Fußballtrainer wussten - natürlich – schon immer um die Körperlichkeit ihres Jobs. Kein Trainer sagt seinen Jungs oder Mädels: „Jetzt macht mal die Augen zu und stellt Euch vor, Ihr werdet gefoult…“ Und einen Fußball kann man immer noch nicht ins Tor denken! 

Auch Glaube ereignet sich nicht vor allem im Kopf! Vielleicht traut sich ja der eine oder die andere heute jemandem segnend die Hand auf die Schulter zu legen. Natürlich: Immer vorher fragen: Ist Dir / Ihnen das recht?

Und jetzt sind wir auch „schon“ in Laodicea. Von sie-en Sendschreiben berichtet der alt gewordene Johannes auf Patmos. EphSmyPerTySarPhiLao. So merke ich mir die Reihenfolge der 7 Briefe. Das Schreiben nach Laodizea ist also das letzte der sieben und beschließt den Abschnitt der Offb. über die sieben Briefe an die Gemeinden in Kleinasien – heute Türkei.

Und natürlich frage ich mich: Wenn ich jetzt mit unse-rer Gemeine solch ein Schreiben erhalten würde – im Grunde ja so etwas wie ein Schreiben direkt von Gott, wie würde es mir gehen, was würde ich denken und was fühlen? Was aus diesem Brief würde wohl mein Leben verändern?

  1. Alles ist besser als lau zu sein

Warum ist das eigentlich so? Körperlich passiert da gar nichts. Bei Kälte und Hitze hingegen reagiert unser Körper. Und die Notwendigkeit der Veränderung entsteht da, wo es zu heiß oder zu kalt wird. Lau, naja, lau ist halt lau…

  1. Niemand braucht gar nichts mehr

„Wir sind ja wunschlos glücklich!“ sagte meine Mutter gerne. Aber im Vers 17 spitzt Gott, der das dem alten Johannes diktiert, ja noch mal ordentlich zu: Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.  Was würdest Du machen, wenn Dir das jemand schriebe?

  1. Jesus klopft an (Der Schlüsselvers der Offb)

Und ich denke hier: Wie gut, wenn der das immer noch macht! Wie wertvoll, wenn das jetzt im GD oder irgendwann irgendwo jemand wahrnimmt – für wahr nimmt! Hast Du Jesus schon einmal anklopfen gehört?

  1. Überwindung ist dran

Und das ist ein Lieblingswort in der Offenbarung. „Niederringen“ könnte man das auch übersetzen. Wie auch immer – nach Offenbarung 5,5 ist alles Böse schon überwunden – nämlich durch den Löwen von Juda. Und damit kann neutestamentlich eigentlich nur Jesus gemeint sein!

Ja, ich wäre wohl erst einmal ganz schön geschockt, wenn das in einem Brief an mich stünde. Wenn er wenigstens an meine Frau und mich ginge. Oder – noch besser – an eine ganze Gruppe, an unsere Gemeindeleitung zum Beispiel, dann wäre ich ja nur ein Teil der Angeschriebenen….

Nun lesen Sie ja vielleicht noch einmal dieses Brieflein des Heiligen Geistes, also den Predigttext (s. o.)

Wow! Ein Brief von GOTT! So was möchte ich – wie gesagt, am Besten mit anderen 😊 – auch mal erhalten. „Hast Du doch!“ könnte man jetzt einwenden. Ja, natürlich, die Bibel. Das weiß ich. Aber ich meine: Direkter, heute, im Briefkasten. Oder ebsser morgen. Heute ist ja Sonntag. Da kommt keine Post. Man könnte auch einwenden: „Na, ich weiß nicht, schauen wir uns das Ganze doch lieber noch einmal ganz in Ruhe an und …“

Gerne! Tun Sie das doch! Und dann…? Dann würde ich jedenfalls denken: Na, Advent ist anders als die meisten denken, oder? Oder auch nicht. Denn ursprünglich war es immerhin eine Fasten- und Läuterungszeit vor dem Großen Fest, dem CHRIST-Fest.

UND DER FRIEDE GOTTES, DER HÖHER IST ALS ALLE UNSERE VERNUNFT…

 

 

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